Die Berechnung der Kfz Steuer Oldtimer:
Der Sonderfall bei Oldtimer

Oldtimer und ihre Fahrer haben viele Facetten. Für die einen ist ihr antikes Vehikel zuvörderst eine Geldanlage, für die anderem wiederum ist es ein Lebensgefühl und ein geliebtes Hobby. Manche Fahrer sparen aber auch einfach nur Steuern. Und damit ist nicht nur die Kfz-Steuer gemeint. Wobei es bei der Kfz-Steuer für Oldtimer aber tatsächlich einige Besonderheiten gibt, die jeder Eigentümer und jeder, der einer werden will, kennen sollte. Die wichtigsten Fragen zur Kfz Steuer Oldtimer und den speziellen Oldtimerkennzeichnen beantworten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Youngtimer Oldtimer
Erstzulassung innerhalb eines Zeitraums von 20 bis 29 Jahren Erstzulassung war mehr als vor 30 Jahren
Für Youngtimer wird die übliche Kfz Steuer fällig Für Kfz Steuer Oldtimer gilt ein niedrigerer Steuersatz . Die Kfz-Steuer für Oldtimer beträgt 191,73 Euro im Jahr.


Nur „vintage“ oder doch schon ein richtiger Oldtimer?

Oldtimer

Wie bei vielen Dingen rund ums Auto oder Motorrad hat auch hier der TÜV das letzte Wort. Ob sich Ihr Fahrzeug als historisch qualifiziert und Sie das H-Kennzeichen beantragen können, entscheiden Experten bei der Hauptuntersuchung. Als Faustregel gilt dabei, dass die Erstzulassung des Gefährts mindestens dreißig Jahre zurückliegen muss. Das alleine reicht aber noch lange nicht aus. Das Fahrzeug muss sich auch noch im Originalzustand befinden. Ein dauerhaft montiertes Navigationsgerät darf es deshalb nicht geben. Auch unter der Kühlerhaube sollte sich nicht viel Modernes tummeln. Insbesondere muss der Motor noch der ureigene sein oder zumindest aus derselben Baureihe stammen. Sobald Sie sich den Status „historisch“ aber erst einmal gesichert haben, werden Sie mit zahlreichen finanziellen Vergünstigungen und anderen Erleichterungen bei der Zulassung, der Kfz-Steuer und der Versicherung belohnt.



Kurzzeitkennzeichen, Saisonkennzeichen & Co.

Selbstverständlich können Sie Ihren Oldtimer, genau wie einen neuwertigen Kleinwagen, für einen unbeschränkten Zeitraum zulassen. Wenn das gute Stück aber die meiste Zeit des Jahres in der Garage steht und nur während der Sommermonate ausgefahren wird, macht das wenig Sinn. Seit November 2017 darf das H-Kennzeichen mit einem Saisonkennzeichen kombiniert werden. Sie können Ihr historisches Fahrzeug seither auch nur temporär, für einen Zeitraum von zwei bis elf Monaten, anmelden, ohne die Oldtimervergünstigung bei der Kfz-Steuer einzubüßen. Es ist jetzt also möglich, ein Nummernschild für ihren Oldie zu erwerben, das es Ihnen erlaubt, das Fahrzeug jedes Jahr von Mai bis Oktober in Betrieb zu nehmen. Steuer und Versicherung werden dann nur für diesen Zeitraum fällig, das Fahrzeug muss nicht jedes Jahr ab- und im Folgejahr wieder angemeldet werden. Die Schilder, die Sie bei der Saisonzulassung erhalten, haben neben der H-Kennzeichung auch noch den Jahresabschnitt, für den sie gültig sind, aufgedruckt.

Kurzzeitkennzeichen sind dagegen nur für wenige Tage gültig und dürfen nur für Probe- und Überführungsfahrten genutzt werden. Für Oldtimer gibt es aber auch hier eine Sonderregelung. Wer ein historisches Fahrzeug hat, kann ein rotes 07-Kennzeichen beantragen. Mit diesem Kennzeichen dürfen Sie mit Ihrem Auto oder Motorrad zu Messen oder anderen Veranstaltungen fahren „die der Darstellung von Oldtimer-Fahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen“. Die Rechtsgrundlage hierfür bildet § 17 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Das rote Nummernschild, das keine Betriebserlaubnis und keine Zulassung voraussetzt, darf bei Oldtimern aufgrund der gleichen Norm auch bei Probefahrten und Überführungsfahrten sowie für Fahrten zur Werkstatt eingesetzt werden.



Die Kfz Steuer Oldtimer

Kfz Steuer Oldtimer

Wie viel Steuer Sie für Ihren Oldtimer entrichten müssen, regelt das Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG). Dem unterliegen gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 4 auch historische Fahrzeuge. Ganz kommen Sie um die Kfz Steuer Oldtimer also nicht herum. Für die Höhe der Steuer findet sich in § 9 Abs. 4 KraftStG auber eine kostengünstige Sonderregelung. Anders als bei „Youngtimern“ wird bei den rollenden Denkmälern diese Abgabe nicht in Abhängigkeit von den Schadstoffemissionen berechnet. Andernfalls wäre die Kfz-Steuer für Oldtimer schnell das teuerste an diesem Hobby. Für historische Fahrzeuge wird stattdessen eine pauschale Steuer erhoben. Diese beträgt gemäß § 9 Abs. 4 KraftStG für Motorräder 46,02 und alle übrigen Fahrzeuge 191,73 Euro pro Jahr. Wenn Sie das Oldtimerkennzeichen mit einem Saisonkennzeichen kombinieren, müssen Sie die Steuer nur anteilig zahlen. Gilt das Kennzeichen nur für Mai bis Oktober, also sechs Monate, dann werden nur 23,01 bzw. 95,87 Euro an Steuer fällig. Darüber hinaus gibt es für Oldtimer auch noch besonders günstige Versicherungstarife, von denen Sie profitieren können.



Wie lässt sich mit einem Oldtimer sonst noch sparen?

Sie sind beruflich auf ein repräsentatives Fahrzeug angewiesen und möchten auch privat auf diese Annehmlichkeit nicht verzichten? Ein schicker Geschäftswagen, der auch privat genutzt wird, kann schnell teuer werden. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbständig sind oder Arbeitnehmer. In beiden Fällen gilt, wenn Sie kein Fahrtenbuch führen wollen, die sogenannte 1 Prozent Regelung. In diesem Fall wird Ihr zu versteuerndes Einkommen jeden Monat fiktiv um ein Prozent des Neupreises Ihres Dienstwagens erhöht. Bei einem Mittelklassefahrzeug für 50.000 Euro sind dies immerhin bereits 500 Euro pro Monat, also 6.000 Euro pro Jahr, die sie zusätzlich versteuern müssen. Ein Oldtimer, der anno dazumal 50.000 D-Mark gekostet hat, fällt steuerlich nur mit etwa der Hälfte ins Gewicht und bietet gleichzeitig noch eine perfekte Werbefläche für Ihr Unternehmen. Achten Sie aber darauf, dass Werbeschriftzüge und andere Veränderungen reversibel sind, sonst könnte Sie das schnell den Oldtimer-Status kosten.