Änderungen bei der Kraftfahrzeugsteuer ab 2018

Ende Januar 2018 beschloss die Regierung zwei Gesetzentwürfe zur Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer . Diesen zur Folge gibt es eine Entlastung für Pkws der Euro-6-Emissionsklasse. Das bedeutet, für Fahrzeuge mit einem außergewöhnlich niedrigen Emissionsausstoß. Die Steuerentlastungsbeträge erhöhen sich für solche Fahrzeuge mit Dieselmotor von fünf Euro auf fünf Euro und 32 Cent. Für Fahrzeuge mit Fremdzündung von zwei Euro auf zwei Euro und 32 Cent. Dies gilt jeweils für jede 100 angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum.

Außerdem sehen die Gesetzentwürfe weitere Steuerentlastungen für die Dauer von zwei Jahren nach Beginn der Abgabenerhebung vor, gültig für jede 100 angefangene Kubikzentimeter Hubraum. Demnach erfahren Fahrzeuge mit der Euro-6-Norm mit Fremdzündungsmotor (Ottomotor) eine Steuerentlastung von zwei Euro und 46 Cent. Fahrzeuge mit Selbstzündungsmotor fünf Euro und 45 Cent.

Kraftfahrzeugsteuer

Andererseits sieht der Gesetzgeber vor, ab dem ersten September 2018 für die Berechnung der Steuer ein anderes Verfahren (WLTP für Worldwide Harmonized Light Duty Vehicles Test Procedure) zur Messung der CO2-Werte anzuwenden. Dieses entspricht eher der Realität als das bisher verwendete NEFZ-Verfahren und sorgt für realistischere CO2-Werte. Dadurch erhöht sich die Kfz-Steuer für viele Autofahrer deutlich. Medien berichten, dass bis zu 1,1 Milliarden Euro bis zum Jahr 2022 in die Kassen der Regierung fließen.

Nach Ansicht von Experten gilt dies nicht für alle Fahrzeuge. Vor allem bei großen und leistungsstarken Fahrzeugen lässt sich annehmen, dass die CO2-Werte sinken. Bei kleinen, sparsamen Pkws lässt sich ein erhöhter Messwert erwarten, da sie beim WLTP schneller beschleunigen und eine höhere Maximalgeschwindigkeit erreichen. Des Weiteren ist die auf dem Prüfstand zurückgelegte Strecke länger. Dies führt bei Autos mit weniger Leistung zu einer längeren Fahrt unter Vollgas, was mehr Sprit verbraucht.

Grundsätzlich ist der CO2-Wert beim Kauf eines Fahrzeugs ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Deswegen tun Kaufinteressenten gut daran, beim Händler einen Blick auf das Fahrzeugdatenblatt zu werfen. Dieses gibt den CO2-Ausstoß in Gramm für jeden gefahrenen Kilometer an. Des Weiteren ist ein CO2-Label bei Neuwagen seit 2011 Pflicht. Leider ist dieses Label vielen Autofahrern unbekannt, wie eine Umfrage beweist.

Ab September 2019 hat der Gesetzgeber vor, alle neu zugelassenen Fahrzeuge nach dem neuen Verfahren (WLPT-Verfahren) zu testen. Fahrer von gebrauchten Fahrzeugen haben Glück, die Schadstoffangaben ihres Fahrzeugs gelten weiter für die Berechnung der Steuer.


Mit dem Kfz Steuer Rechner den Überblick behalten

Zur Berechnung der Kfz Steuer für Diesel, wie auch zu der für Benziner, werden ab September 2018 die Daten eines neuen Testverfahrens herangezogen. Das WLTP – Worldwide harmonized Light Duty Test Procedure – ist ein weltweit harmonisiertes Prüfverfahren für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge. Auf Grundlage seiner global gesammelten Realfahrdaten und einem neuen Testzyklus liefert es gegenüber dem NEFZ – Neuer Europäischer Fahrzyklus – realistischere Werte zu den Schadstoff- und Kohlendioxidemissionen. Die Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer eines Kraftfahrzeugs ergibt sich in Deutschland aus einem Sockelbetrag, errechnet aus dem Hubraum, und einem emissionsabhängigen Anteil, welcher seit September 2017 von den Herstellern in diesem optimierten Testverfahren, dem WLTP, festgestellt werden muss.Im Grundbetrag sozusagen enthalten sind für Erstzulassungen ab Januar 2014 95 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer, darüber hinaus ist für jedes Gramm eine zusätzliche Steuer zu entrichten. Um kein Detail der Berechnungsvoraussetzungen zu übersehen, sollte vor der Anschaffung eines neuen Autos – sei es fabrikneu oder gebraucht – die voraussichtlich zu zahlende Steuer mit dem Kfz Steuer Rechner ermittelt werden.



Realitäts-Check mit Folgen: steigende Kraftfahrzeugsteuer bei gleicher Umweltbelastung

Hintergrund der nun realisierten Änderung in der Bewertung ist der eklatante Unterschied zwischen den im Labor gemessenen Werten nach der alten NEFZ-Methode und dem tatsächlichen Verbrauch unter realen Bedingungen. Jeder Autofahrer kennt das: Die Hersteller werben in den Prospekten mit günstigem Verbrauch, im täglichen Fahrbetrieb ist der Tank aber wesentlich schneller leer als versprochen. Und – was der normale Verbraucher nur selten nachmessen wird – auch die Schadstoffbelastung ist wesentlich höher als bisher angegeben. Mit der seit September 2017 schrittweise eingeführten neuen Methode WLTP sollen die abzuprüfenden Werte um mindestens zehn Prozent näher an den tatsächlichen Emissionen liegen. Im Geldbeutel vieler Autofahrer wird sich das deutlich bemerkbar machen.



Stufenweise Änderungen – Ausblick

Schon im September 2019 tritt die nächste Änderung in Kraft, mit diesem Datum werden alle Neuzulassungen unter die neuen Standards fallen. Gebrauchtfahrzeuge bis mindestens 2021 - nach derzeitiger Planung - von Erhöhungen ausgenommen. Sie genießen Bestandsschutz.


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